Diplom-Journalistin Anne Will mit ihrem Plan krachend gescheitert, die AfD und Jörg Meuthen vorzuführen!

 

Der Sonntag vor der Europawahl sollte zum großen Triumphgeheul bei Anne Will gegen die AfD werden. Man sah ihr an, das sollte ihr großer Abend werden. Jörg Meuthen und seine AfD sollten niedergemacht werden. Das Gegenteil war der Fall. Die AfD und die anderen wertkonservativen Parteien Europas gehen gestärkt in die bevorstehende Eurowahl. Hier haben sich die Journalisten gründlich verrechnet und die Rechnung ohne den Wähler gemacht. Lesen Sie hier einen Artikel des bekannten Journalisten Stephan Paetow, der einen unvoreingenommen Bericht über die gestrige Sendung verfasste.Unbenannt

„Ausgerechnet AfD-Vize Jörg Meuthen stellte dem Spiegelredakteur Martin Knobbe nach einer gefühlten Ewigkeit, in der Manfred Weber auf Katharina Barley losgegangen und Ska Keller gegen alle Parteien rechts von der SPD polemisiert hatte, die Frage, auf deren Antwort wohl viele gewartet hatten: „Warum jetzt?“ Warum veröffentlichten Sie ein zwei Jahre altes Video kurz vor der Europawahl, bei der rechtskonservativen Parteien ein großer Sieg prophezeit wurde? „Das wollte ich auch gerade fragen“, schob Diplom-Journalistin Anne Will schnell hinterher. Knobbe erzählte in etwa folgende Geschichte: Man müsse die Story halt machen, „wenn die Infos kommen“. „Seit geraumer Zeit“ wisse man von dem Video, das heißt seit „einigen Monaten“. Dann habe der Spiegel erfahren, dass „auch die SZ da dran sei“ und beschlossen, dann kooperieren wir. Außerdem: Was hätten die Leute wohl gesagt, wenn es erst nach der Wahl veröffentlicht worden wäre? Hier hätte journalistisches Nachhaken Sinn gemacht. Was heißt, dass die SZ „da auch dran war?“ Hatten beide das Video gleichzeitig angeboten bekommen? Wollte man sich die Kosten teilen? Obwohl es immer heißt, der Spiegel habe nichts bezahlt. Hat jemand anderes bezahlt?

Hier ist interessant zu wissen: Der österreichische Journalist Armin Wolf, bestimmt kein Freund der FPÖ, verlautbarte gerade: „Schon vor Monaten wurde das Video angeblich gegen sehr viel Geld über Vermittler einzelnen Medien angeboten“. Wenn Spiegel und SZ das Material nun umsonst bekommen haben, hat das die Superjournos nicht stutzig gemacht? War die Übergabe des Materials an einen Veröffentlichungstermin gebunden?

In einem anderen Aspekt ist die Recherchearbeit der Investigativos geradezu drollig. Obwohl nun jeder die Hauptfigur Strache selbst bei Sehschwäche relativ eindeutig erkennt, ließ man »die entscheidenden Passagen von einem „geprüften und zertifizierten Sachverständiger für Foto-Forensik, Foto-Anthropologie und digitale Forensik“ überprüfen. Hinweise, dass die Aufnahmen gefälscht sind, fand dann weder der Sachverständige noch „das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT in Darmstadt“«, schreibt der Spiegel. Mehr Tamtam als bei den Hitlertagebüchern.

Bleibt die Frage nach dem Geschmäckle der Veröffentlichung als Wahlkampfeinmischung in einem anderen Land. Der Baden-Württembergische Landesdatenschützer (FDP) twitterte dazu: „Wenn wir politische Gegner hintergehen, ihre Privatsphäre verletzen und sogar kriminelles Unrecht begehen, schaden wir letzten Endes unserer politischen Kultur und damit uns allen.“ Katarina Barley sieht sich „als Justizministerin gehalten, sich nicht zu äußern, außerdem ist das in Spanien passiert“, aber dann äußert sie sich doch dahingehend, dass „investigativer Journalismus eine Säule der Demokratie“ sei. Was aber an der Veröffentlichung eines illegal entstandenen Videos mit investigativem Journalismus zu tun haben soll, weiß sie wohl so wenig wie Manfred Weber, der die Veröffentlichung als „starkes Zeichen für freie Medien“ sieht. Überhaupt, der Manfred. Richtig biestig war er heute.

Er hat es aber auch nicht leicht. Einerseits sind alle rechts von der CSU in Europa „Skrupellose“, die „ihr Land verkaufen“ und mit Russland zusammenarbeiten, andererseits war das, was die österreichische Regierung gemacht hat „in der Sache gut“. Steuern gesenkt zum Beispiel. Ja, Herrgottsakra!

Barley und Ska hielten ihm ständig den Orban vor, den er, so Barley, sogar jahrelang zur CSU eingeladen habe und zur Kanzlerin. Aber, püh, ist ja nicht meine Kanzlerin. „Frau Merkel ist nicht Ihre Kanzlerin, Frau Barley?“, fragte süffisant Jörg Meuthen, der Oberwasser bekam. „Steht das Ende der Regierung bevor?“

Weber konterte Barleys Attacken mit den korrupten Sozialdemokaten in Rumänien. Und Varoufakis, der mit der SPD zusammengehe, habe auch sein Land verkauft und scharwenzelt mit den Russen! Barley achselzuckend, man könne sich seine Verwandtschaft halt nicht aussuchen.

Anne Will beschimpfte Meuthen, dass die FPÖ, also Seinesgleichen, wie im Video zu sehen, die Macht bei der Kronenzeitung übernehmen und allen linken Journalistenden den Garaus machen wolle. Und er Meuthen, wolle auch den Öffentlich Rechtlichen ans Leder. Ja, sagte der eiskalt, das ÖR-System sei „faul bis ins Mark“, und er rechnete Will vor, dass sie die Aufmerksamkeit extrem ungleich verteile, Grüne der AfD vorziehe im Verhältnis 24:5, obwohl die AfD stärker sei im Bundestag. Anne Will reagierte geradezu eingeschüchtert: „Da gehe ich jetzt nicht darauf ein“. Das kommt selten vor, dass der allgewaltige Moderator derart die Fassung verliert. Dann verwies Meuthen noch auf das riesige Medienimperium der SPD, und die Krone gehöre nun teilweise einem Kurz-Freund. Soviel zur Presselandschaft.

Die AfD hat mit ihrem Wirtschaftsprofessor Meuthen einen Frontmann, der sich nicht so leicht ins Bockshorn jagen lässt. Gleich von Anfang an auf Attacke geschaltet, ließ er das Ansinnen der Redaktion „Neuwahlen in Österreich – Dämpfer für die europäische Rechte?“ ziemlich ins Leere laufen. Weber geriet im Laufe der Sendung wegen des kommenden Wahl-Sonntags immer mehr in Panik. „Ihr giftiges Auftreten!“ „Ihr Salz streuen“ heulte er fast Meuthen entgegen. Katarina Barleys will erkannt haben, dass die These „Alle sind so, nur die sind anders“, der AfD in die Hände spiele. Dabei gebe es Grüne und CDU und FDP, das weiß sie ganz genau, und die sind alle ganz anders. Dann verstieg sich unsere Justizministerin zu der Aussage, das „Europaparlament” sei das demokratischste Organ der EU – Meuthen: Sie wissen schon, dass die Urformel „One Man, One Vote“ da nicht gilt? – aber das EU-Parlament brauche mehr Rechte. Da stimmte Meuthen dann vollumfänglich zu.

Ska brachte auch noch das grüne Programm unter: Mehr Steuern (C02)! Lassen Sie Frau Keller ruhig reden, bat Jörg die Anne, das bringt uns Stimmen. Worauf die „Respekt“ anmahnte.

Spiegel-Redakteur Knobbe, der natürlich auch registrierte, dass das geplante Anti-AfD-Tribunal gerade platzte, brachte dann schnell Russland-Connection und Parteispenden auf den Tisch, aber Meuthen konnte das die Stimmung nicht verhageln. Mit Russland, da solle er mal weiter recherchieren, und zur Parteispende an ihn – wie durch ein Wunder hatte die ARD gleich ein Erklärstück parat, in dem es aber immer nur hieß „könnte“, „hätte“, „vielleicht“ – sei die einzige Schweinerei, dass die Bundestagsverwaltung die Aufklärung bis nach der Wahl verzögere. 

Manfred gingen am Ende dann komplett die Nerven durch, weil sein Plan schief gegangen war. Er tobte „Europa geht kaputt“, Meuthen sei „das nette Gesicht“, aber dahinter, und dann verlor er sich tatsächlich bis nach Chemnitz und zur NPD. Wahrscheinlich ist der Manfred schon zu lange in Brüssel, und wegen Chemnitz könnte er mal mit Parteifreund Hans-Georg Maaßen Rücksprache nehmen.“

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